Am Donnerstag, dem 04. April 2024, machte sich die Klassenstufe 10 in Begleitung von Ethiklehrer Matthias Roos und Religionslehrerin Sarah Walbröl auf in die recht unscheinbar wirkende Kleinstadt Hadamar im Kreisgebiet Limburg. Wie alljährlich war das Ziel die Gedenkstätte für die Opfer der NS-„Euthanasie“-Verbrechen. Im Vorfeld hatten sich die Lerngruppen im Unterricht eingehend mit der NS-Thematik auseinandergesetzt. Vor Ort nahmen sie direkt Einblick in das Prozedere von der Ankunft bis zum Tod der „Patienten“.

Von der restaurierten Busgarage ging es über die Untersuchungsräume, in denen sich heute die Ausstellung befindet, eine steile Treppe hinab in den Duschraum, der die eigentliche Gaskammer gewesen war. Hier wurden 1941 ca. 15.000 Menschen ermordet. Im Keller befindet sich zudem der Bereich des Krematoriums, wo die Menschen nach ihrem sogenannten „Gnadentod“ verbrannt wurden. Dafür war seinerzeit extra der Boden beschichtet worden, um einen leichteren Transport der Toten in die Öfen zu ermöglichen.

Sowohl die Räume als auch der beschriebene Ablauf berührte die Jugendlichen und stimmte sie zum einen nachdenklich, zum anderen vor allem aber fassungslos. Sie hörten die Lebensgeschichten einzelner Patienten und sahen deren akribisch geführten Krankenakten. Ihre Fragen wurden durch die Fachkräfte aus Hadamar geduldig beantwortet. Im Anschluss hatten die Zehntklässler die Möglichkeit, sich die Räume und die Ausstellung in Ruhe anzuschauen und auf sich wirken zu lassen. Abschließend besuchten sie den Friedhof mit der Gedenkstele, deren Inschrift „Mensch achte den Menschen“ eine eindringliche Mahnung ausspricht.

Auf dem Rückweg und auch in der nächsten Religions- und Ethikstunde waren die Schülerinnen und Schüler noch immer bewegt und drückten ihre Bestürzung über die damaligen Verbrechen aus, in dem Bewusstsein, dass das Gedenken der Opfer sowie die Aufarbeitung in der Schule ein wichtiger Beitrag für ihre Zukunft und unsere demokratische Gemeinschaft sind.

Von Lahnstein nach Hadamar