Was passiert eigentlich im Gehirn, wenn aus „nur mal probieren“ plötzlich ein „Ich kann nicht mehr ohne“ wird? Und wie fühlt sich das Klassenzimmer an, wenn man es nur noch verschwommen oder schwankend wahrnimmt? Mit diesen Fragen setzten sich die Klassen 9a und 9b am 3. Februar 2026 intensiv auseinander – und zwar nicht nur theoretisch, sondern ganz praktisch.
Im Rahmen eines jeweils dreistündigen Workshops zur Suchtprävention besuchte Herr Stefan Rhein von der Polizei Koblenz unsere Schule. Ziel der Veranstaltung war es, die Jugendlichen für das Thema Sucht zu sensibilisieren und Wissen zu vermitteln, das im Alltag wirklich zählt.
Im ersten Teil ging es um die allgemeinen Grundlagen. Was bedeutet Sucht eigentlich? Welche Prozesse laufen im Gehirn ab? Und welche legalen und illegalen Suchtmittel gibt es? Anschaulich und verständlich erklärte der Experte für Suchtprävention, wie schnell Gewohnheiten zu Abhängigkeiten werden können und welche Folgen das für Körper, Geist und das soziale Umfeld hat. Dabei wurde deutlich: Sucht ist kein fernes Problem, sondern kann jeden betreffen.
Besonders spannend – und teilweise auch überraschend herausfordernd – wurde es im praktischen Teil. Mithilfe spezieller Rauschbrillen, die Alkohol- oder Marihuanakonsum simulieren, konnten die Schülerinnen und Schüler am eigenen Leib erfahren, wie stark Wahrnehmung und Koordination eingeschränkt sind. Ein einfacher Slalomparcours oder ein Babypuzzle? Klingt leicht – bis plötzlich alles schwankt, verschwimmt oder die Körperteile nicht mehr so wollen wie der Kopf. So wurde aus einem schnellen Lauf ein unsicheres Gehen, aus einem lockeren Greifen ein vorsichtiges Herantasten.
Neben Aha-Momenten und auch einigen lachenden Gesichtern sorgten vor allem die geschilderten realen Fallbeispiele für Nachdenklichkeit. Echte, teils tragische Geschichten machten deutlich, welche Konsequenzen Sucht haben kann – und warum Prävention so wichtig ist.
So blieb am Ende nicht nur neues Wissen, sondern vor allem ein nachhaltiger Eindruck. Suchtprävention informiert, weist auf Gefahren hin und kann sogar Spaß machen – aber vor allem öffnet sie die Augen. Und genau das wird den Schülerinnen und Schülern sicher noch lange im Gedächtnis bleiben.

