Wenn ein echter Schriftsteller aus seinen eigenen Büchern liest, wird aus einer normalen Unterrichtsstunde schnell eine Reise in andere Welten. Genau das durften die Klassen 5 und 6 am 5. Februar bei den Lesungen mit dem Kinder- und Jugendbuchautor Will Gmehling erleben.

Der vielfach ausgezeichnete Autor, unter anderem Träger des Deutschen Jugendliteraturpreises, ist vor allem für seine warmherzigen, lebensnahen Geschichten bekannt. Viele kennen seine beliebte „Freibad“-Reihe, in der er mit viel Humor, aber auch Tiefgang vom Alltag dreier Geschwister erzählt. Aus den Fortsetzungen „Nächste Runde“ und „Das Elser-Eck“ brachte er nun Kostproben mit und schnell war klar: Hier wird nicht einfach vorgelesen, hier wird lebendig erzählt.

Mal wurde herzlich gelacht, wenn die Figuren in typische Alltagsabenteuer stolperten, mal wurde es ganz still im Raum, wenn ernstere Töne angeschlagen wurden. Denn besonders „Das Elser-Eck“ verbindet Gegenwart und Geschichte. In den Roman ist die Lebensgeschichte von Georg Elser eingeflochten, jenem Schreiner, der 1939 versuchte, Adolf Hitler mit einem Attentat zu stoppen. Elser handelte allein, aus Überzeugung und mit großem Mut. Sein gescheiterter Anschlag und seine spätere Ermordung durch die Nationalsozialisten zeigen eindrucksvoll, wie wichtig Zivilcourage und Verantwortung sind. Ein Thema, das auch heute noch nachdenklich stimmt.

Neben den Lesepassagen blieb viel Zeit für Fragen: Wie entsteht eigentlich eine Geschichte? Woher kommen die Ideen? Und wie sieht der Alltag eines Autors aus? Geduldig und offen erzählte Will Gmehling von seinem Schreiben, seinen Einfällen und davon, dass manchmal ein kleines Erlebnis am Bremer Hauptbahnhof der Anfang für ein ganzes Buch sein kann.

Zum Abschluss wartete noch ein besonderes Highlight: Wer wollte, konnte ein Buch kaufen, signieren lassen oder sich ein persönliches Autogramm sichern. So mancher ging mit strahlendem Lächeln und frisch signierter Lektüre unter dem Arm nach Hause.

Ein herzlicher Dank gilt an dieser Stelle dem Verein der Ehemaligen und Freunde des Marion-Dönhoff-Gymnasiums, der erneut die Kosten für die Lesung übernommen und dieses besondere Erlebnis überhaupt erst möglich gemacht hat.

Eine Veranstaltung, die gezeigt hat: Lesen ist alles andere als langweilig. Man muss nur die richtige Geschichte aufschlagen – oder den passenden Autor einladen.