Die Reise nach Elba
24 Schüler und 2 mutige Lehrer tauchen um Elba herum
Tag 1 - Der Anreisetag
24 Schüler und 2 mutige Lehrerinnen hatten sich dazu entschlossen bei der diesjährigen Kursfahrt nach Elba, eine kleine Insel in Italien, zu reisen. Ziel war das HYDRA Institut für Meereswissenschaften, welches Kurse für Schulklassen wie unsere anbietet. Wir sollten Schnorcheln gehen, ein wenig Theorieunterricht haben, gutes Wetter genießen und eine aufregende Heimreise erleben dürfen.
Zunächst trafen wir uns am Sonntag, dem 11.4.10 um 6:20Uhr am Hauptbahnhof Koblenz. 20 Minuten später fuhr der Bus zum Flughafen Hahn ab, an dem wir um ca. 7:45 ankamen. Dort angekommen, stellten wir fest, dass wir einen erheblich großen Zeitpuffer hatten, wodurch wir auf dieser Fahrt zum ersten Mal unserer neu erworbenen Lieblingsbeschäftigung, dem Warten, nachgehen durften. Um 11:00Uhr stiegen wir, unter uns manche recht aufgeregt, da sie zum ersten Mal flogen, in den Flieger, der uns mit ein wenig Verspätung, mehr oder weniger sicher nach Pisa brachte. Dort um 12:40 Uhr gelandet, kauften wir die Tickets für den Zug von Pisa Airport nach Piombino, von wo aus unsere Fähre nach Elba ablegte. Doch die Zugfahrt gestaltete sich komplizierter als gedacht. Keiner unserer gut gelaunten Reisegruppe wusste genau wo wir aussteigen mussten und so kam es, dass eine unserer Lehrerinnen, wie durch ein Geistesblitz die Notbremse zog und uns sagte, wir sollen aussteigen. Die braven Schüler stiegen auch alle aus, bis uns ein Schaffner darauf aufmerksam machte, dass da wo wir hinwollten, komisch dass er wusste wo wir hinwollten, hier noch nicht auszusteigen sei. Das Bild einer komplett verwirrten Reisegruppe auf einem Bahnsteig mitten in Italien trug zur Belustigung der umher stehenden Reisenden bei. Dann hieß es: Alle wieder einsteigen! Nach einer gefühlten Ewigkeit, in der wir ständig hin und her gefahren sind ( Die Schienen scheinen in Italien anders verlegt zu sein, als in Deutschland… ) kamen wir nun endlich am Hafen an. Dort kam relativ schnell unsere Fähre nach Elba, auf welcher wir aufs Deck gingen und die Landschaft begutachteten. Um ca. 18:00 saßen wir dann glücklicher Weise im richtigen Bus zum Institut. Auf der Fahrt kam zunächst allerdings keine Langeweile auf, da eine Mannschaft junger Athleten uns ihre strammen Pobacken offenbarten und dies natürlich die weiblichen Passagiere unseres Busses besonders amüsierte.
Nach einer ca. ein stündigen Fahrt kamen wir dann um ca. 19:00 endlich an. Gleich begrüßte uns unsere Leiterin Silke, welche uns in unsere Häuser einwies und uns auch die nächste Tage begleiten sollte. Erschöpft von der Reise vielen wir nach dem gemeinsamen Abendessen alle in unser Bett mit erwartungsvoller Haltung auf die nächsten Tage.
Tag 2 – Das erste mal Schnorcheln
Es ist dunkel und ruhig in dem kleinen Viererzimmer mit zwei Einzelbetten und einem Stockbett. Alle liegen noch in ihren Betten und fühlen sich wohl in den warmen Schlafsäcken und man hört nur ruhiges Atmen. Nun kommen wir zu dem Punkt, an dem diese Harmonie ihr Ende nahm. Es ist der 12. 4.10 und 7:30 Uhr. Mit Handymusik, die unseren Wecker ersetzt, werden wir aus dem Schlaf gerissen. Die Harmonie und Ruhe hat ein Ende und wir wissen, dass der erste richtige Tag auf Elba beginnt. Obwohl es gerade viel schöner wäre noch weiter einfach nur da zu liegen und die Augen geschlossen zu haben, muss das unvermeidliche kommen und wir stehen auf, nachdem wir zumindest noch ein paar Sekunden friedlich gelegen haben. Jetzt schnell fertig machen und dann ab zum Frühstück, das um 8:15 Uhr auf Terrasse unseres kleinen Appartements stattfand, was hieß, dass wir nur durch den Flur nach draußen gehen mussten, um die nun folgenden mitgebrachten und ungetoasteten Scheiben Toastbrot mit Nutella oder Marmelade zu verspeisen. Die übrigen Schüler aus dem ca. 10 Minuten entfernten Haus kamen zu uns nach oben, damit wir gemeinsam mit der genialen Aussicht auf das Meer und auf die kleine Bucht frühstücken konnten. Doch das sonnige Wetter hielt sich noch verlegen zurück und Elba zeigte uns eher seine bewölkte und kühle Seite. Dann ging es ab in den Theorieraum, in dem wir erst einmal herzlich begrüßt worden sind und in das Programm der nächsten Tage eingewiesen wurden. Was jeweils aus Theorie im Schulungsraum von 9:00 bis 12:00 Uhr und der Praxis, also dem Schnorcheln ab 15:00 Uhr bestand. Nun ging es zur Freude Aller erst mal nach draußen, eine kleine Straße nach oben, ganz in der Nähe des Institutes, wo wir uns mit Blick auf das Meer hin setzten und ein wenig über das Mittelmeer sprachen. Aber genug mit entspanntem Sitzen in der Sonne und ab in den Kursraum, um lebende Meeresorganismen zu mikroskopieren. Dabei konnte man genau die Oberflächenstruktur der einzelnen Tiere sehen und ihr Verhalten beobachten. Jetzt war es 12:00 Uhr und Zeit für die Mittagspause, bis wir uns um 15:00 Uhr an den 2 alten Wohnwagen, wo die Tauchausrüstungen verstaut waren und die Neoprenanzüge hingen, trafen. Auch hier folgte eine Einweisung mit wichtigen Informationen, was man an Ausrüstung braucht (langer Neoprenanzug, Füßlinge, Maske aus Taucherbrille und Schnorchel bestehend, Bleigürtel und Flossen) und wie man sie reinigt (mit Süßwasser). Nun ging es daran das Ganze nicht nur in der Theorie zu hören, sondern die ganze Ausrüstung auch wirklich anzuziehen und das war gar nicht so einfach. Und das sage ich im besonderen Hinblick auf den Neoprenanzug mit langen Armen und Beinen. Ich sage nur soviel – ein einziger Kampf, der viel zu lang dauerte und man war schon nass geschwitzt, bevor man auch nur in der Nähe des Wassers war. Aber gut, dann haben alle ihre Ausrüstung angezogen und den Rest, sprich Maske und Flossen, zusammengepackt und dann ging es einen steinigen Weg hinunter ab an den Strand, zu der kleinen Bucht in unserer Nähe. Jetzt nur noch ins Wasser, was dank der doch noch relativ frischen Temperaturen eine Abkühlung für uns Hitzegeplagten war. Obwohl alle Reißverschlüsse so gut wie möglich zugemacht waren, kam natürlich trotzdem Wasser in den Anzug und das war der schlimmste Moment, indem das kalte Wasser ganz langsam im Anzug nach oben stieg, und einem für einen kurzen Moment den Atem raubte. Aber dann haben wir uns durch die Bewegung mit der Temperatur anfreunden können. Und da war sie, vor uns lag die wunderbare Unterwasserwelt. So konnten wir besiedelte Felsen, die verschiedensten Fisch - und Wurmarten, aber auch eine Seegurke und einen Tintenfisch, der sich im Fels versteckt hatte, bestaunen. Unter Wasser herrschte eine unglaubliche Atmosphäre, die sehr ruhig und friedlich war und die durch die Sonnenstrahlen, die ins Wasser strahlten noch schöner wurde. So hat der erste Tag Schnorcheln allen Spaß gemacht, auch wenn manche angesichts der Wassertemperaturen, die Unterwasserwelt nur kurz erkundeten.
Tag 3 – Schnorcheln die Zweite
Es war Dienstag und der Tag auf Elba fing früh für uns an. Um acht Uhr gab es Frühstück. Das Wetter war kalt und wiedermal wollte die Sonne noch nicht hervor kommen. Um 9 Uhr trafen wir uns an den Kursraum, wo wir unsere Theoriestunden „abarbeiten“ mussten. Heute hat Silke uns einiges über Meeresbiologie erzählt und wir haben uns natürlich alle fleißig Notizen gemacht. Von zehn bis zwölf Uhr durften wir dann mikroskopieren. Unter der Linse hatten wir Tiere wie Seeigel, Seesterne, Schnecken und Krebse. Um 12 Uhr gab es Nudeln zum Mittagessen und dann um kurz nach zwölf kam die Sonne langsam raus und erhellte unseren Tag und unsere Gemüter. Es wurde wärmer und einige beschlossen an den Strand zu gehen. Wir hatten bis 15:00 Uhr Mittagspause und nach dieser trafen wir uns alle am Institut, um unsere Ausrüstung zum Schnorcheln anzuziehen. Diesmal wurden wir in zwei Gruppen unterteilt. Die Leute die schon besser klar kamen, waren bei Christian, unserem zweiten Schnorchellehrer, den zum Beispiel Hannes sehr, sehr gerne mochte und die Anderen, die noch ein paar Schwierigkeiten hatten waren bei Silke. Jeder konnte, wie jeden Tag, aus dem Wasser gehen wann er wollte. Man kann sagen, dass alle ca. um 17:30 Uhr mit dem Schnorcheln fertig waren und dann gab es ca. um 20:00 Uhr Abendessen und man hatte Freizeit bis zum nächsten Morgen. Viele machten es sich, wie jeden Abend auf dem Balkon oder der Terrasse gemütlich und so endete der zweite, ebenso schöne Tag auf Elba.
Tag 4 – Theorie und Schnorcheln
Am nächsten Tag und dieses mal war schon morgens strahlend blauer Himmel auf Elba, mussten wir wie jeden Tag schon recht früh um halb 8 aufstehen. Um 9 Uhr mussten wir dann rechtzeitig beim Theorieunterricht sein, den der Ein oder Andere nicht all zu spannend fand. Nach den drei Stunden Unterricht, in denen wir zum Beispiel mikroskopierten, hatten wir dann Mittagspause bis 15:00 Uhr. Diese nutzten die meisten um sich an den Strand zu legen oder auch um mal den Nachbarort Sechetto zu erkunden oder ein paar Kleinigkeiten einzukaufen. Gegen Nachmittag wurde es immer heißer und heißer und so freuten wir uns richtig auf das Schnorcheln, was täglich auf dem Programm stand. Das Schnorcheln fanden die meisten richtig cool, da man jeden Tag neue Dinge im Wasser zu sehen bekam. Wie fast jeden Abend gab es Spagetti und nach dem Essen verbrachten wir den Rest des Abends auf unserer Terrasse und redeten bis in die Nacht hinein. Auch wenn es abends wieder relativ kalt war, waren die Abende doch sehr amüsant und uns fiel immer etwas ein, damit keine Langeweile aufkam. Denn außerhalb der Urlaubssaison muss man sagen, ist auf Elba nicht sonderlich viel los.
Tag 5 – Ausflug zu einem Schiffswrack
Am Donnerstag, dem 15.04.10 standen wir, wie jeden Morgen, um ca. 7:30 auf und fanden uns gegen 8:00Uhr am Institut zum gemeinsamen Frühstück mit allen Bewohnern der zwei Appartements und den Lehrern ein. Danach begannen wir einen ca. 40 minütigen Fußmarsch in das „nahe“ gelegene Örtchen Pomonte, wo ein Tauchgang anstand. Während diesem gab es abgesehen von den gängigen Mittelmeerbewohnern, die wir bereits an den vorherigen Tagen kennen gelernt hatten, das Schiffsfrack eines Hochseetankers zu bekunden, welcher unmittelbar vor der Küste von Elba gesunken war. Nach einem relativ kurzen Tauchgang verließen wir das kalte Nass, welches uns wegen der frühen Tageszeit noch nicht erwärmen konnte und gingen in den Ort Pomonte. Von dort aus fuhren wir nach kurzer Wartezeit, in der sich die meisten ein Eis schmecken ließen, zurück nach Fetovaia. Nach unserer dreistündigen Mittagspause, die fast alle in der warmen Sonne verbrachten und sich der ein oder andere einen angenehmen Sonnenbrand zuzog, stand unser letzter Theorieunterricht im Institut an, welcher dann um 17:30 Uhr endete. Um 20:00 Uhr traten wir erneut zu einem Fußweg ins nahgelegene Sechetto an, wo uns eine typisch italienische Pizza und Rotwein erwartete, wobei nicht jeder gleich gut mit der Wirkung des Weines zurecht kam. Gegen 23:00 kamen wir wieder in unseren Appartements an, wo sich die meisten relativ zeitig schlafen legten, da auch dieser Tag ziemlich müde gemacht hat.
Tag 6 & 7 Heimreise mit Hindernissen
Am Freitag den 16.April 2010 sollten wir eigentlich unsere Heimreise mit einem Ryanairflieger vom Airport Pisa um 16.30Uhr antreten. Doch wie das Schicksal es so wollte wurden wir durch einen Vulkanausbruch der sich wenige Tage zuvor in Island ereignete an unserer Heimreise gehindert, da dieser den gesamten Flugverkehr Europas lahm legte.
Nichts ahnend starteten wir unsere Heimreise um 08.05Uhr nach der angekündigten Zimmerinspektion von unserem Urlaubsort Fetovaia mit dem Bus zum Hafen in Portoferraio. Unsere Fähre legte pünktlich um 10.15Uhr ab und brachte uns zum Hafen von Piombino. Ein Großteil der reisenden Schüler nutzte diese einstündige Fahrt um den fehlenden Schlaf nach zu holen. Die Fähre legte schließlich um 11.15Uhr im besagten Hafen an, wo wir auch gleich den Bus zum nächsten Bahnhof nahmen. Der Zug fuhr um 13.05Uhr nach einer relativ kurzen Wartezeit in Canbilian los und kam gegen 16.00Uhr am Pisa Airport an. Die Aufregung war groß als auch der Letzte erkannte, dass unser Flug in Richtung Heimat gestrichen war und wir nun nach einer anderen Heimreisemöglichkeit suchen mussten. Wir fuhren zurück zum Hauptbahnhof nach Pisa und hatten also keine andere Wahl als die nächsten fünf Stunden dort zu warten. Die Zeit verkürzte man sich mit einem kleinen Einkaufsbummel in den „noblen“ Supermärkten des Bahnhofsviertels von Pisa oder durch ausgiebige Telefonate mit der Verwandtschaft zu Hause.
Zur gleichen Zeit im fernen Deutschland schmiedete man Pläne, um die verschollene Gruppe von hilflosen Schülern und Lehrern, die kein Wort Italienisch sprachen, zurück nach Hause zu bringen. Doch wie sollte man dies bewerkstelligen, wenn kein Flugzeug starten durfte und es in keinem Zug der Richtung Deutschland fuhr Platz für 24 hungrige und erschöpfte Schüler, sowie für 2 ebenso „kaputte“ Lehrer gab? Ein Reisebus aus Deutschland! Dies war die rettende Idee einer besorgten Mutter, die auch so gleich alle verfügbaren Hebel in Bewegung setzte und uns so einen Funken Hoffnung gab.
Der Plan stand also fest! Wir sollten den Nachtzug nach Mailand Hauptbahnhof nehmen, um dort am nächsten Tag, um 10.00Uhr von einem deutschen „Ruckesbusfahrer“ in die Arme genommen zu werden, der uns dann auch hoffentlich nach Hause bringen würde. Alles leichter als dass, dachten wir uns und stiegen um 21.05Uhr in den Zug nach Mailand ein. Die knapp Vierstündige Zugfahrt verbrachten wir mit … SCHLAFEN! Was hätte man auch sonst tun sollen, wenn man nicht zufällig eine Zwillingsschwester dabei gehabt hätte, mit der man sich lautstark und ausgiebig und ich betone hier AUSGIEBIG, über das gemeinsame Ladegerät für den MP3 Player streiten kann, um seinen geliebten Player die benötigte Energie zukommen zu lassen. Wir hatten natürlich das Glück ein solches Geschwisterpaar im Zug direkt neben uns sitzen zu haben. WAS EIN GLÜCK!
Aber auch dies überlebten wir und kamen mehr oder weniger erschöpft am Samstag um 0.40Uhr am Bahnhof in Mailand an. Doch war hier unsere erlebnisreiche Heimreise noch nicht zu Ende. Nein! Sie hatte ja noch ganze 22 Stunden Zeit um enden zu dürfen. 10 Stunden davon sollten wir hier in Mailand erleben. Wir suchten uns also ein „gemütliches“ Plätzchen um zur erhofften Ruhe zu kommen. Doch nicht ohne unseren Freund, dem exhibitionistischen Inder, der die Nähe zum weiblichen Geschlecht suchte. So mussten einige der mit uns reisenden weiblichen Abiturientinnen diese Erfahrung, mehr gezwungen als gewollt, in ihrem Leben machen und auf die nackten Lenden eines Mannes beim wieder Öffnen ihrer Augen blicken. Der Schreck war groß, die Folgen umso größer! So wurde auch gleich die anwesende Polizei im Bahnhofsgelände nach kurzen Verständigungsproblemen über den freilaufenden Menschen, auf der Suche nach Liebe und Zuneigung informiert, welche auch gleich handelte und ihn in Gewahrsam nahm.
Das erste Problem schien geklärt doch ein zweites folgte so gleich. Der Hunger verbreitete sich unter den wartenden Schülern, wie eine Epidemie der Infizierten. So machten sie sich in Kleingruppen, wie die Neandertaler auf Beutesuche. Erfolglos! Ja man liest richtig! ERFOLGLOS auf der Suche nach etwas Essbarem in einer Metropole morgens um halb drei. MC Donalds & Co. schlossen pünktlich um halb eins und sollten erst siebeneinhalb Stunden später wieder öffnen. Für uns war klar, dass überleben wir nicht! Also ging die Suche weiter und endete folglich am Snackautomaten auf den Gleisen des Bahnhofs. Die Ausbeute: Eine Packung Tuc Kekse sowie eine „kleine“ Packung ungesalzene Chips. Für uns nicht gerade ein Festmahl aber besser als der Inhalt einer Mülltonne.
Als die Sonne dann gegen 6.00Uhr langsam auf ging, machte sich bei manchen, die durch die „lauten“ Bandansagen sowie die wieder laufende Rolltreppe, an der wir schliefen geweckt wurden, Unruhe breit. Die Toiletten, die zuvor durch ein Gitter versperrt waren, öffneten sich und gewährten uns die Gnade, nach einem Aufpreis von 1€, sie zu betreten. Die restlichen zwei Stunden bis zu unserem erhofften Frühstück bei MC Donalds verbrachten wir mit unserer neuen Leidenschaft, dem Warten!
Nach gefühlten zehn Jahren war es dann auch endlich Zeit den Bahnhof zu verlassen und in Richtung Frühstücksoase, mit Sack und Pack, zu schlendern. Doch das erhoffte leckere Frühstück bei MC Doof, war anders als gedacht. So hatte man die Auswahl zwischen Croissants mit Marmelade, Croissants mit Schokolade oder einfach nur Croissants. Wem das nicht reichte, dem stand es ja noch offen, zum nächsten Sackautomaten zu gehen und sich eine Packung Tuc Kekse zu kaufen. Mehr oder weniger gut gesättigt verstrich die restliche Zeit bis 10.00Uhr fast wie im Flug. Der Bus aus Deutschland, wie hätte es auch anders sein können, verspätete sich um eine ganze, halbe Stunde. Aber da wir das Warten ja mittlerweile gewohnt waren, war dies auch nicht mehr sonderlich tragisch. Der Anblick des Busses, als wir ihn dann auch endlich einmal sahen, mit deutschem Kennzeichen, löste bei manch sentimental Veranlagten Freudentränen aus. Schnell wurde das Gepäck im Bus verstaut und der Sitzplatz für die nächsten zwölf Stunden ergattert.
Die Heimreise über die Schweiz nach Deutschland verlief, neben einem kleinen Stau vor dem berühmten Gotthardtunnel, recht reibungslos. Zwar roch es auf der gesamten Fahrt nach Käsefußen und die Klimaanlage des Busses war kaputt, doch wenigstens funktionierte die Heizung und wir bekamen bei gefüllten 30°C auch keine kalten Füße. Nach drei kleinen Pausen an schweizerischen und deutschen Rasthaltestellen mit überteuerten Preisen, kamen wir dann auch endlich gegen 23.15Uhr in Lahnstein an unserer Schule an. Die Eltern belagerten mit ihren Autos die Straßen und empfingen freudestrahlend ihre überaus strapazierten und gereizten Kinder, die nun seit 40 Stunden auf den Beinen waren. So ging auch für uns eine überaus lange und mit Erlebnissen gespickte Reise zu Ende, die wohl definitiv ein Highlight der besonderen Art für Uns war. Doch wird es wohl auch eines der Erlebnisse in unserem Leben sein, dass wir so schnell nicht wieder vergessen werden.
Und deswegen war Elba, für die Mitreisenden einstimmig die beste Kursfahrt, bei der die „kleinen“ Hindernisse wohl dazu gehören mussten.

